Jetzt wird es langsam Zeit für die Voranzucht von Blumen und Gemüsen. Da ich kein Gewächshaus habe, kann ich meine Pflanzen nur in der Wohnung vorziehen. Dort stehen sie bei Raumtemperatur, bekommen jedoch selbst am Fenster nicht genügend Licht. Die Folge: Sie wachsen schnell in die Höhe, strecken sich nach dem verfügbaren Licht und bleiben dabei schwach. Im Fachjargon nennt man dieses unerwünschte Phänomen ”Geilwuchs”. Um diesem Problem entgegenzuwirken, habe ich mich in diesem Jahr für den Einsatz von Anzuchtlampen entschieden – daraus entstand ein kleines DIY-Projekt.


Auswahl der LED-Panels für die Anzuchtlampen
Im Versandhandel habe ich zwei preiswerte LED-Panels mit einer Größe von jeweils 20 x 8 cm bestellt. Diese bestehen aus jeweils 270 LEDs und sind auf einer stabilen Rückwand aus Aluminium montiert. Die Stromversorgung erfolgt über ein Netzteil, mit dem sich die Helligkeit nach Bedarf regulieren lässt. Ein weiterer Vorteil: Das System verfügt über eine integrierte Zeitschaltuhr, die Einschaltzeiten von 6, 9 oder 12 Stunden ermöglicht. Die Stromkosten habe ich grob kalkuliert und komme auf insgesamt etwa 5 € bei einer Nutzungsdauer von 8 Wochen und einer täglichen Einschaltzeit von 12 Stunden – ein durchaus vertretbarer Betrag für gesunde Jungpflanzen.


Halterung mit wenig Material selbstgebaut
Die einfache Halterung besteht aus 6 mm Sperrholz und 2 cm breiten, quadratischen Holzleisten. Die Sperrholz-Grundfläche ist so dimensioniert, dass meine vorhandenen Pflanzschalen (36 x 26 cm) samt Untersetzer bequem darauf Platz finden. So kann ich 2 x 20 Erdballen, die ich mit meiner Erdballenpresse herstelle, gut mit Licht versorgen. Die quadratischen Holzleisten bilden den stabilisierenden Rand der Grundfläche.
An den Schmalseiten habe ich mittig jeweils ein 10 mm starkes Loch gebohrt und dort 50 cm lange Rundstäbe hineingesteckt. Dabei stellte ich fest, dass die im Baumarkt angebotenen Rundstäbe Durchmesser-Toleranzen von ± 1 mm aufweisen, was etwas Schleifarbeit erforderte. Inzwischen habe ich in einem Spielzeug-Geschäft mit Bastelabteilung exakt gefräste Rundstäbe gefunden, die nicht wesentlich teurer sind.
Die Befestigung der Rundstäbe erfolgt bewusst als Steckverbindung ohne Verleimung. Dadurch kann ich die Anzuchtlampen nach der Anzuchtzeit einfach zerlegen und platzsparend verstauen – ein wichtiger Aspekt für alle, die nur begrenzten Stauraum zur Verfügung haben.


Die Rundstäbe tragen eine weitere Holzleiste, an der die Befestigung der LED-Panele angebracht ist. Die Löcher zur Führung der Querleiste auf den Rundstäben habe ich zur Seite hin geschlitzt und mit Querschrauben und Fügelmuttern versehen. Mit diesem einfachen Klemmmechanismus lässt sich die Höhe der Panels je nach Wachstumsphase und Höhe der Pflanzen leicht anpassen.
Die Panels sind an einer kleinen Sperrholzplatte montiert, die an der Querstrebe angeleimt ist. Für die Befestigung verwende ich Schrauben mit Distanzröhrchen. Da die LEDs nicht übermäßig viel Wärme produzieren und die Distanzröhrchen eine freie Luftzirkulation um die Panels ermöglichen, ist eine Überhitzung kein Problem. Zum Abschluss habe ich alle Holzteile mit Acryllack gegen Feuchtigkeit geschützt.
Wann beginnen mit der Anzucht?
Eine bewährte Faustregel besagt, dass Jungpflanzen sechs bis acht Wochen benötigen, um kräftig genug für die Versetzung ins Freiland zu sein. Als wichtiger Orientierungspunkt dienen die Eisheiligen Mitte Mai, bis zu diesem Termin können immer noch Nachtfröste auftreten.
Für Gemüsearten wie Tomaten, Paprika und Auberginen sollte man im März mit der Anzucht beginnen, da sie eine längere Entwicklungszeit benötigen. Schneller wachsende Pflanzen wie Zucchini, Gurken und viele Blumenarten können hingegen Anfang bis Mitte April ausgesät werden.
Bei der Aussaat zu Hause ist es wichtig, die Lichtbedingungen genau zu beobachten: Jungpflanzen benötigen täglich mindestens 12 Stunden Licht, um kräftig zu wachsen. Mit den selbstgebauten LED-Panels lassen sich diese optimalen Bedingungen auch ohne Gewächshaus schaffen.
Mit der richtigen Beleuchtung und einem durchdachten Zeitplan soillte einer erfolgreichen Anzucht nichts mehr im Wege stehen – und die selbstgebauten Anzuchtlampen können Jahr für Jahr wiederverwendet werden.
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