Mehr Licht im Garten – Eibenrückschnitt im Herbst

Im Herbst stan­den in mei­nem Gar­ten grö­ßere Schnitt­ak­tio­nen an. Eine Eibe in direk­ter Haus­nähe war deut­lich über die Höhe der Dach­rinne hin­aus­ge­wach­sen, so dass im Som­mer bei zuneh­men­der Hitze eine Menge gel­ber Nadeln in der Dach­rinne lan­de­ten. Die Frage lau­tete: kom­plett roden oder radi­kal ein­kür­zen. Ent­schie­den habe ich mich für den Eiben­rück­schnitt.

Vor Jah­ren hatte ich diese Eibe bereits ein­mal auf­ge­as­tet. Dadurch ent­stand ein Baum mit schö­ner, luf­ti­ger Krone. Die Aktion hat aber dann das Wachs­tum in die Höhe ange­regt mit dem beschrie­be­nen Ergeb­nis. Unter der Eibe hatte sich im Laufe der Zeit ein dich­ter Schat­ten­be­reich ent­wi­ckelt, in dem kaum noch etwas gedei­hen wollte. Selbst der chi­ne­si­sche Blei­wurz, der für sol­che Stand­orte geeig­net ist, küm­merte vor sich hin.

Die Eibe in voller Größe
chinesischer Bleiwurz

Zunächst habe ich den unte­ren Bereich erneut auf­ge­as­tet und alle erreich­bare Äste und Zweige mit der Säbel­säge ent­fernt. Dadurch wurde der Bereich unter dem Baum schon erheb­lich hel­ler. Im obe­ren Bereich teilte sich der Stamm in fünf ein­zelne Stämme – ver­mut­lich die Folge einer Kap­pung vor vie­len Jah­ren.

Aufasten mit der Säbelsäge
Die oberen Äste waren nur mit der Leiter zu erreichen

Zunächst habe ich dann diese ein­zel­nen Stämme abge­sägt, bis nur noch der Stamm zurück­blieb. Der war für mein Gefühl noch immer zu hoch. Er wurde dann mit der Hand­säge auf etwa 1.60 m ein­ge­kürzt. Solch ein Eiben­rück­schnitt ist ohne Frage ein sehr star­ker Ein­griff – aber Eiben sind bekannt dafür, dass sie selbst radi­kale Rück­schnitte gut ver­tra­gen. Im Stamm­be­reich fin­den sich bereits meh­rere Aus­triebe, die dann wie­der einen schö­nen Strauch erge­ben sol­len. Eine ähn­li­che Aktion an einer ande­ren Eibe habe ich vor zwei Jah­ren durch­ge­führt und inzwi­schen treibt sie wie­der kräf­tig aus.

Die Einzelstämme der 5-teiligen Krone werden entfernt.
Dann wird gehäckselt.

Am Ende türm­ten sich beacht­li­che Men­gen an Schnitt­gut. Zunächst habe ich die dün­ne­ren Äste und Zweige gehäck­selt. Das Mate­rial eig­net sich her­vor­ra­gend als Mulch, zum Bei­spiel unter Sträu­chern. In der Unter­drü­ckung von Unkraut ist das Mate­rial sehr effek­tiv. Die Kom­pos­tie­rung in der Mulch­schicht setzt rasch ein, wodurch die gif­ti­gen und sau­ren Anteile des Mate­ri­als abge­baut wer­den. Schä­den an den Sträu­chern durch das Mulch­ma­te­rial habe ich bis­her nicht fest­stel­len kön­nen.

Die einzelnen Stämme aus der Krone
Die dickeren Äste kommen auf die Totholzhecke.

Die dicke­ren Stamm­stü­cke lie­gen nun ent­lang der Grund­stücks­grenze hin­ter den Sträu­chern, wo sie nie­man­den stö­ren. Als Tot­holz erfül­len sie dort eine wert­volle öko­lo­gi­sche Funk­tion in Form von Nah­rung und Ver­steck für viele Insek­ten und Klein­tiere. Die klei­nere Äste lan­de­ten auf der Ben­jes­he­cke, wo sie auch ihren Zweck erfül­len. Das gesamte Mate­rial ver­bleibt also im Gar­ten und nichts wird abtrans­por­tiert.

Rund um die Eibe ist durch den Rück­schnitt ein neues Halb­schat­ten­beet ent­stan­den. Sicher­lich muss das Erd­reich noch auf­ge­ar­bei­tet und ver­bes­sert wer­den. Danach beginnt die Pla­nung für die Neu­be­pflan­zung – und ich freue mich jetzt schon auf die Umset­zung im Früh­jahr.

weitere Informationen:

Es lebe das Tot­holz – Nabu

Eiben­baum schnei­den | 15 Tipps für die Ver­jün­gung der Eibe

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