Potsdam und Britzer Garten: Zwischen holländischem Flair und grüner Oase

Aus fami­liä­ren Grün­den sind wir regel­mä­ßig in Ber­lin und suchen uns dann immer wie­der neue Aus­flugs­ziele. Dies­mal stan­den Pots­dam und der Brit­zer Gar­ten auf dem Pro­gramm. Bei einem frü­he­ren Auf­ent­halt hat­ten wir bereits Sans­souci einen Besuch abge­stat­tet. Jetzt woll­ten wir uns die Innen­stadt und das Hol­län­di­sche Vier­tel näher anschauen.

Geprägt wird die Innen­stadt durch den Alten Markt und die umge­ben­den Gebäude wie Niko­lai­kir­che, das Rat­haus, der Land­tag und das Museum Bar­be­rini.

Das Museum im Barberini-Palais

Das Museum Bar­be­rini, ursprüng­lich 1772 erbaut, wurde im Zwei­ten Welt­krieg stark beschä­digt und musste abge­ris­sen wer­den. Durch eine Initia­tive der Hasso-Platt­ner-Stif­tung konnte das Palais von 2013 bis 2017 wie­der auf­ge­baut wer­den. Es beher­bergt die Samm­lung Hasso Platt­ner, unter ande­rem mit zahl­rei­chen Wer­ken des Impres­sio­nis­mus. Wir konn­ten die Aus­stel­lung „Sym­pho­nie der Far­ben. Paul Signac und der Neo­im­pres­sio­nis­mus” besu­chen. Im Innen­hof steht eine monu­men­tale Bron­ze­plas­tik mit dem Titel „Der Jahr­hun­dert­schritt”, die Wolf­gang Mattheuer 1984 geschaf­fen hat.

Wolfgang Mattheuer „Jahrhundertschritt“ im Museum Barberini
Innenhof des Barberini

Das Zentrum der Stadt: Die Nikolaikirche

Wenn man aus dem Museum kommt, blickt man auf den impo­san­ten Bau der Niko­lai­kir­che. Sie wurde im klas­si­zis­ti­schen Stil nach Plä­nen von Karl Fried­rich Schin­kel zwi­schen 1830 und 1837 erbaut. König Fried­rich Wil­helm IV. ließ die weit­hin sicht­bare Kup­pel in den Jah­ren 1843 bis 1850 err­rich­ten. Auch die Kir­che wurde 1945 schwer beschä­digt und konnte erst nach ihrem Wie­der­auf­bau 1981 wie­der ein­ge­weiht wer­den.

Nikolai-Kirche
Nikaloai-Kirche mit Obelisk

Zur Aus­sichts­platt­form der Niko­lai­kir­che füh­ren 223 Stu­fen. Der Auf­stieg lohnt sich: Aus 42 Metern Höhe genießt man einen schö­nen Rund­blick über den Platz und die umlie­gen­den Gebäude.

In der Nikolai-Kirche mit Blick in die verzierte Kuppel
Blick auf den Landtag

Holländisches Flair in Potsdam

Fried­rich Wil­helms I. Vor­liebe für die nie­der­län­di­sche Kul­tur zeigt sich im Hol­län­di­schen Vier­tel. Es ent­stand zwi­schen 1733 und 1742 als Stadt­er­wei­te­rung. Das Pro­jekt unter der Lei­tung des nie­der­län­di­schen Bau­meis­ters Jan Bou­man aus Ams­ter­dam war tech­nisch sehr auf­wän­dig. Das sump­fige Gebiet musste ent­wäs­sert, ein Befes­ti­gung des Bau­grunds mit zahl­rei­chen, senk­recht ein­ge­trie­be­nen Baum­stäm­men, Anlage eines Fun­da­ments mit gro­ßen Kalk­stein­blö­cken und Erd­auf­schüt­tun­gen gesi­chert wer­den. Im 18. Jahr­hun­dert sollte das Vier­tel nie­der­län­di­sche Hand­wer­ker nach Pots­dam locken.

Giebelfront im holländischen Viertel
Töpferwaren vor einem Geschäft

Heute zählt der Bereich zu den belieb­tes­ten Wohn­ge­gen­den in Pots­dam. Typisch sind die klei­nen Häu­ser mit ihren Back­stein­fas­sa­den und ‑gie­beln. Bei einem Bum­mel durch die leb­haf­ten Stra­ßen kommt man an zahl­rei­chen Cafes und Restau­rants vor­bei, und viele kleine Läden bie­ten Mode und Kunst­ge­werbe an.

Strassencafe im holländischen Viertel
typisches Fenster an einem Haus im holländische Viertel

Naherholung im Britzer Garten

Der Land­schafts­park Brit­zer Gar­ten ist aus der Bun­des­gar­ten­schau 1985 her­vor­ge­gan­gen und umfasst heute eine Flä­che von ins­ge­samt 90 Hektar. Der Park ist fast voll­stän­dig von Klein­gar­ten­an­la­gen umschlos­sen. Vor der Bun­des­gar­ten­schau befan­den sich hier über­wie­gend Acker­flä­chen – die gesamte Geo­gra­fie des Gelän­des mit ihren klei­nen Hügeln und Gewäs­sern wurde eigens künst­lich ange­legt.

Auftritt des Shanty-Chor am See
Modellbauvereine stellen ihre Boote aus
Spielgeräte für Kinder

Der Park glie­dert sich in ver­schie­dene Teil­be­rei­che. Eine der Haupt­at­trak­tio­nen ist der große Haupt­see mit sei­nen natur­be­las­se­nen, schwung­voll gestal­te­ten Ufern. Durch die Bepflan­zung mit Schilf sind hier geschützte Bio­tope ent­stan­den. Wir haben den Gar­ten an einem son­ni­gen, war­men Sonn­tag besucht, ent­spre­chend gut bevöl­kert war das Gelände. Am See­ufer konn­ten wir einem Kon­zert des Shanty-Chors lau­schen, wäh­rend Modell­bau­ver­eine ihre ein­drucks­vol­len Schiffs­mo­delle im Modell­bau­ha­fen aus­stell­ten.

Rosengarten
Staudenbeet

Wei­tere Berei­che zie­ren der Rosen­gar­ten und andere The­men­gär­ten, die unter ver­schie­de­nen Gesichts­punk­ten ange­legt sind. Spiel­be­rei­che für Kin­der und aus­ge­dehnte Lie­ge­wie­sen, die an die­sem Sonn­tag eben­falls gut besucht waren, tra­gen zum erhol­sa­men Cha­rak­ter des Parks bei. Übers Jahr fin­den zudem Ver­an­stal­tun­gen und Son­der­schauen statt. Für das leib­li­che Wohl sor­gen das in Erd­bau­tech­nik errich­tete Café am See sowie Restau­rant, Bis­tro und Eis­café..

Blick auf den See von der Brücke aus
Pavillion am See

Der Brit­zer Gar­ten ist eine grüne Oase mit­ten in der Stadt – ein Land­schaft­park mit zahl­rei­chen Erho­lungs­mög­lich­kei­ten und Events.

weitere Informationen:

Sym­pho­nie der Far­ben. Paul Signac und der Neo­im­pres­sio­nis­mus

Brit­zer Gar­ten

Die Niko­lai­kir­che in Pots­dam

Hol­län­di­sches Vier­tel in Pots­dam

Das könnte dich auch interessieren:



Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert