Meerlavendel (Limonium latifolium): Trockenheitsheld für schwierige Gartenstandorte

Der Meer­la­ven­del (Limo­nium lati­fo­lium) hat in unse­rem Gar­ten den abso­lute Här­te­test bestan­den. Im Herbst gepflanzt blüht er nun im ers­ten Jahr. Der Unter­grund: tro­cke­ner Sand­bo­ten, Wur­zel­druck durch Sträu­cher, dazu die Reste des ehe­ma­li­gen Sand­kas­tens unse­rer Kin­der und dar­un­ter Bau­schutt aus den fünf­zi­ger Jah­ren.

Er gehört zur Fami­lie der Blei­wurz­ge­wächse (Plum­ba­gi­naceae). Gebräuch­li­che Alter­na­tiv­na­men sind Strand­flie­der oder Step­pen­schleier, wobei die Pflanze weder mit dem Laven­del noch mit dem Flie­der ver­wandt ist. Inzwi­schen gibt es über 300 ver­schie­dene Arten. Wie der Name schon sagt, kommt Meer­la­ven­del natür­li­cher­weise in Küs­ten­nähe vor, ist aber auch in Step­pen­ge­bie­ten zu fin­den.

Standort und Pflege: genügsam, hitzeresistent, pflegeleicht

Der Meer­la­ven­del kommt mit kar­gen Stand­or­ten zurecht, tole­riert salz­hal­ti­gen Unter­grund und ist hitze- und tro­cken­heits­re­sis­tent. Da er eine tief rei­chende Pfahl­wur­zel bil­det, kann man ihn, wenn er ein­mal ein­ge­wach­sen ist, nicht mehr umpflan­zen. Auf einem voll­son­ni­gen Platz fühlt er sich rich­tig wohl. Nur Stau­nässe mag er nicht. Damit zählt der Meer­la­ven­del sicher zu den Gewin­nern im fort­schrei­ten­den Kli­ma­wan­del.

Wuchs, Blüte und Verwendung als Schnitt- und Trockenblume

Der Strand­flie­der wächst aus­dau­ernd und ist frost­hart und kann mit sei­nen zar­ten Blü­ten­dol­den bis zu einem Meter hoch wer­den. Er blüht von Juli bis August. Die Blü­ten eig­nen sich her­vor­ra­gend als Schnitt­blu­men oder zum Trock­nen: Zum Trock­nen schnei­det man die Blü­ten­zweige in vol­ler Blüte und lässt sie kopf­über auf­ge­hängt trock­nen. Die boden­stän­dige Blatt­ro­sette besteht aus dun­kel­grü­nen, leder­ar­ti­gen Blät­tern. Die vie­len klei­nen Blü­ten lie­fern Bie­nen und Insek­ten Nek­tar. Sym­pa­thi­scher­weise mögen ihn die Schne­cken nicht.

Die richtigen Pflanznachbarn im Beet

Schöne Kom­bi­na­ti­ons­part­ner in unse­rem Beet sind eine rosa blü­hende Rose, Fette Henne, der Wald­geiß­bart im Hin­ter­grund und das Pur­pur-Lein­kraut (Lina­ria pur­pu­rea), das sich dort an vie­len Stel­len jedes Jahr wie­der selbst aus­sät. Wei­tere Nach­barn sind der Ziest hum­melo eben­falls mit rosa Blü­ten, Laven­del und als wei­tere wan­dernde Pflanze die pur­pur­far­bene Glo­cken­blume. Bis auf den Ziest, der bei extre­men Tem­pe­ra­tu­ren etwas Was­ser benö­tigt, sind alle Pflan­zen tro­cken­heits­re­sis­tent.

Fazit: die richtige Pflanze für jeden Standort

Der Meer­la­ven­del steht in unse­rem Gar­ten in einem pro­ble­ma­ti­schen Beet, in dem sich schon einige andere Pflan­zen nach kur­zer Zeit ver­ab­schie­det haben. Vor­sich­ti­ger­weise hatte ich im letz­ten Jahr zum Tes­ten erst ein­mal nur eine Pflanze bestellt. Er hat sich jedoch bereits in kur­zer Zeit im Beet durch­ge­setzt. Inzwi­schen habe ich wei­tere Pflan­zen ergänzt, die zusam­men einen grö­ße­ren Horst bil­den sol­len. Es bewahr­hei­tet sich mal wie­der eine alte Gärt­ner­weis­heit: für jeden noch so schwie­ri­gen Stand­ort fin­det man mit etwas Geduld die rich­tige Pflanze.

weiter Informationen:

Strand­flie­der, Meer­la­ven­del, Limo­nium lati­fo­lium

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